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Vorstand

 

Was unseren Vorstand zu dem Projekt bewegt - ein Bericht von Dr. Thierry Epal über seinen Traum:

 

"Ich bin in Kamerun geboren und habe dort bis zu meinem 18. Lebensjahr gelebt. Trotz schwersten Lebensbedingungen in einfachsten Verhältnissen habe ich gelernt, das Beste aus dem Leben und den vorhandenen Möglichkeiten zu machen. Mein großes Ziel den ärztlichen Beruf zu ergreifen, habe ich nie aus den Augen verloren.

Als ich 1998 mit 18 Jahren nach Deutschland kam, erlernte ich zuerst vier Monate die deutsche Sprache in der Sprach- und Förderschule „Vollmer“ in Ludwigshafen. Bevor ich mit dem Medizinstudium begann, studierte ich ein Semester Chemie an der Universität Heidelberg, um mich an den Rhythmus und das Sprachtempo zu gewöhnen. Im Frühling 1999 nahm ich das Medizinstudium an der Heinrich- Heine- Universität Düsseldorf auf und schloss es im November 2006 ab.

Um mein Studium finanzieren zu können, arbeitete ich von März 2000 an als Pflegekraft in einer Einrichtung für körper- und geistigbehinderte Menschen. Dadurch lernte ich noch mehr Toleranz anderen Menschen gegenüber, ein größeres Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit, Ausdauer und Belastbarkeit.

Seit November 2012 bin ich Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Der Umgang mit zum Teil schwer kranken Patientinnen ist eine tägliche Herausforderung. Der ständige Austausch im Team mit den Kollegen sowie meine von anderen immer wieder gelobte innere Ruhe helfen mir sehr komplexe Situationen gut zu meistern und den Patientinnen ein Stück Freude zu geben.

Ich bin stolz darauf, meinen Kindheitstraum Arzt zu werden, verwirklicht zu haben.

Bisher habe ich in meinem Leben sehr viel bekommen. Als fertiger Gynäkologe ist es nun Zeit, etwas zurück zu geben. Die Mutter-Kind-Sterblichkeit ist in meiner Heimat aufgrund der katastrophalen medizinischen Bedingungen sehr hoch. Der Tod einer Mutter oder eines Kindes unter/oder nach Geburt gehört zur Normalität. Viele Frauen können sich eine Behandlung im Krankenhaus nicht leisten (ca. 5% der Menschen sind krankenversichert). Da man in Kamerun aber in Vorkasse treten muss, gehen die meisten Patientinnen nicht oder sehr spät ins Krankenhaus. Aufgrund dessen wollen meine Frau und ich ein Mutter-Kind-Zentrum aufbauen, um einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Kamerun zu leisten. Wir freuen uns deshalb sehr über jede Art von Unterstützung (auch finanzieller Natur), denn ohne dies wird dieses Vorhaben leider kaum realisierbar sein."

 

Was unseren Vorstand zu dem Projekt bewegt - ein Bericht von Dr. Sarah Epal über ihr Engagement:

Schon zu Schulzeiten träumte ich davon Ärztin zu werden und nach dem Studium in der Entwicklungshilfe tätig zu werden, umso erfreuter war ich schon während meines Studiums, welches ich 2001 an der Heinrich- Heine- Universität in Düsseldorf begann, einige Praktika im Ausland absolvieren zu können.

Als ich Ende des Studiums meinen heutigen Ehemann, Dr. med. Thierry Epal, gebürtiger Kameruner, kennenlernte, stand für mich fest, dass ich mein praktisches Jahr größtenteils in seiner Heimatstadt Douala, Kamerun machen würde.

Gesagt, getan.

Meine Zeit in Kamerun bleibt unvergesslich. Es ist ein Land reich an Kultur, Landschaft und Menschen. Außer einigen Gebäuden, Brücken, Kirchen und Friedhöfen, die noch aus der Zeit stammen als Kamerun deutsche Kolonie (1884- 1919) war, erinnert im Alltag nichts an das Leben in Deutschland.

Anfänglich hatte ich große Probleme im Krankenhaus und Klinikalltag mit der dortigen medizinischen Versorgung klar zu kommen. Zu begreifen und akzeptieren, dass Medizin dort ganz anders ist als hier, fiel mir nicht leicht.

Es ist bis heute ein ständiger innerer Prozess für mich vor Ort nicht immer wieder dortige alltägliche Situationen mit deutschen Möglichkeiten zu vergleichen. Das fällt natürlich nicht immer leicht, vor allem wenn man bedenkt, dass der erste Grund für Kindersterblichkeit die Maserninfektion darstellt- ein Krankheitsbild, gegen das man impfen könnte!

Die ist nur ein kleines von sehr vielen Beispielen, die ich nennen könnte.

In meiner Zeit in Kamerun habe ich sehr das deutsche Gesundheitswesen schätzen gelernt, auch wenn viele hier zu Lande darüber schimpfen!

In Kamerun ist ein Bruchteil der Bevölkerung krankenversichert. Alle medizinischen Leistungen, angefangen von Verbandsmaterial, Tupfern, Desinfektionsmittel, Handschuhe etc. bis hin zu Krankenhausaufenthaltsleistungen, OPs etc... müssen aus privater Tasche erfolgen. Das Schlimme daran: Wer nicht zahlen kann wird nicht behandelt und stirbt schlimmstenfalls!

Umso beeindruckender war für mich die große Solidarität unter den Menschen, in Familie, Freundes-, Bekannten- und Nachbarschaftskreis, wenn es darum ging finanzielle Unterstützung und Mittel für einen Erkrankten zu sammeln.

Dennoch habe ich sehr viele dramatische Situationen erlebt, in denen Angehörige den zuständigen Arzt bezüglich einer Weiterbehandlung trotz fehlender finanzieller Mittel angebettelt und angefleht haben- meist vergeblich mit allen Folgen für den Erkrankten…!

Nach meinem Medizinabschluss 2008 bin ich für einige Monate zurück nach Kamerun gereist und seither fliegen mein Mann und ich einmal jährlich in unserem Jahresurlaub nach Kamerun, um vor Ort im Krankenhaus zu arbeiten und in Schulen von Deutschland zu erzählen und unter Studenten unser Wissen weiterzugeben.

Trotz, oder gerade wegen aller Erfahrungen, mögen sie noch so schmerzhaft gewesen sein, hat sich für uns immer mehr der Wunsch verfestigt dauerhaft nach Kamerun auszuwandern und dort vor Ort zu arbeiten.

Viele Menschen in Kamerun leben in tiefster Armut, dennoch strahlen sie Glück und Zufriedenheit aus! Die Dankbarkeit, die einem dort entgegengebracht wird, kann man nicht in Worte fassen. Wer so etwas einmal erlebt hat, den lässt es nicht mehr los! Es gibt einem mehr als alles Geld der Welt!

Aus diesem Grunde haben wir uns zum Ziel gesetzt nach Kamerun zu gehen und dort ein Mutter- Kind- Zentrum aufzubauen und zu leiten.

Da mein Mann Frauenarzt ist und ich selber Kinderärztin bin, bietet sich ein solches Zentrum an. Dort sollen alle Patienten behandelt werden- gleich welche finanziellen Mittel sie mitbringen. Ähnlich wie im deutschen Gesundheitswesen sollen die Reichen für die Armen zahlen.

Wir haben bereits ein Grundstück für dieses Mutter- Kind- Zentrum gekauft. Als nächstes stehen Bauplanung und Verwirklichung des Projektes an. Das kann man natürlich nicht als Privatperson alleine finanzieren. Daher haben wir 2014 den Verein „Kinderherzen Kamerun e.V.“ gegründet.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag von „Kinderherzen Kamerun e.V.“ beträgt 100,- Euro, das sind nicht einmal 10,- Euro im Monat.

Nie hätte ich gedacht, dass man bereits mit so einem kleinen monatlichen Beitrag von 10,- Euro so viel Gutes in Kamerun bewirken kann. Für 10,- Euro kann ein Kind eine Woche lang in der Schule Mittagessen, kann ein Kind bei unkomplizierter Malaria behandelt werden oder kann sich einen Monat lang den Transport zur Schule leisten.

Daher freuen sich mein Mann und ich sehr über jedes Mitglied und die vielen Helfer, die unser Projekt bereits heute zählt und die sich gemeinsam mit uns für das Projekt engagieren.

 

Die Kinder in Kamerun werden es uns danken!

Kinderherzen Kamerun e.V.

Dres. Sarah und Thierry Epal

Thomas-Mann-Straße 23

41469 Neuss

 

Spendenkonto

Kinderherzen Kamerun e.V.

Sparkasse Burgenlandkreis

Kontonummer 1131020290

BLZ 80053000

IBAN DE72800530001131020290

BIC NOLADE21BLK